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Onboarding entscheidet, ob neue Mitarbeitende bleiben

Onboarding entscheidet, ob neue Mitarbeitende bleiben

Ein Arbeitsvertrag ist unterschrieben, die Freude ist gross, und dann beginnt der erste Arbeitstag. Für viele neue Mitarbeitende ist genau dieser Moment ernüchternd: Der Arbeitsplatz ist nicht eingerichtet, niemand weiss so recht, wer sich kümmert, und der Laptop lässt auf sich warten. Was banal klingt, hat Folgen. Der Einstieg legt den Grundstein dafür, ob sich jemand zugehörig fühlt oder innerlich schon wieder mit der Kündigung liebäugelt.

Studien zeigen seit Jahren dasselbe Muster: Ein grosser Teil der Kündigungen fällt in die ersten Monate. Die Gründe liegen selten an der fachlichen Aufgabe, sondern an fehlender Orientierung, unklaren Erwartungen und dem Gefühl, allein gelassen zu werden. Ein durchdachtes Onboarding wirkt genau hier. Es senkt die Frühfluktuation, verkürzt die Zeit bis zur vollen Leistungsfähigkeit und stärkt die Bindung ans Unternehmen.

Onboarding beginnt nicht am ersten Arbeitstag, sondern davor. Die Zeit zwischen Vertragsunterzeichnung und Stellenantritt ist eine sensible Phase, in der andere Angebote locken können. Ein kurzes Willkommensschreiben, konkrete Informationen zum ersten Tag und ein Ansprechpartner für Fragen zeigen Wertschätzung und schaffen Verbindlichkeit, lange bevor die Person das Büro betritt.

In den ersten Wochen geht es um mehr als um Passwörter und Prozesse. Neue Mitarbeitende müssen verstehen, wie das Unternehmen tickt, welche ungeschriebenen Regeln gelten und an wen sie sich wenden können. Ein Patensystem, bei dem eine erfahrene Person als feste Ansprechperson fungiert, hat sich bewährt. Es senkt die Hemmschwelle für Fragen und beschleunigt das Ankommen im Team.

Ebenso wichtig sind klare Erwartungen. Wer nicht weiss, woran seine Arbeit gemessen wird, bleibt verunsichert. Ein strukturiertes Gespräch nach den ersten Wochen, in dem Ziele, Aufgaben und offene Punkte besprochen werden, gibt Sicherheit auf beiden Seiten. So lassen sich Missverständnisse früh klären, statt sie über Monate mitzuschleppen.

Gutes Onboarding ist kein aufwendiges Grossprojekt, sondern eine Frage der Aufmerksamkeit. Eine einfache Checkliste, klare Zuständigkeiten und ein paar geplante Kontaktpunkte reichen oft aus. Entscheidend ist, dass sich jemand verantwortlich fühlt und der Prozess nicht dem Zufall überlassen wird.

Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel ist es teuer, mühsam gewonnene Mitarbeitende in den ersten Monaten wieder zu verlieren. Wer den Einstieg ernst nimmt, investiert nicht nur in eine einzelne Person, sondern in die Stabilität und den Ruf des ganzen Teams.

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